German Future Earth Summit 2016

Themen der Konferenz / Sessions der Konferenz

Die vorgeschlagenen „Future Earth“-Forschungsthemen (Dynamic Planet, Global Sustainable Development, Transformations towards Sustainability) hängen entscheidend vom Zugang zu themenübergreifenden Ressourcen ab. Der „ICSU-ISSC Visioning process“ und die „Belmont challenge“ haben mehrere wichtige themenübergreifende Ressourcen (Querschnittsfelder) identifiziert, die notwendig sind, um auf die großen Herausforderungen globaler Umweltveränderungen zu reagieren. Darunter auch die Modellierung und Beobachtung.
Das „Future Earth Transition Team“ hat noch weitere themenübergreifende Ressourcen ermittelt, die benötigt werden, um die Wissenschaft im Bereich der globalen Umweltveränderung voranzubringen und für die Entscheidungsfindung und die nachhaltige Entwicklung zu vergrößern. Viele der themenübergreifenden Ressourcen gehen weit über die Grenzen des Arbeitsfeldes der „Future Earth Initiative“ hinaus, da sie in nationale und internationale Infrastrukturprogramme, Trainingsprogramme und unterschiedlichste Disziplinen eingebettet sind. Aus gegenseitigem Interesse wird „Future Earth“ daher Kooperationen mit relevanten Partnern eingehen.

Zu diskutierende Querschnittsfelder auf dem German Future Earth Summit sind:

 

1. Erdbeobachtung, Monitoring und Datensysteme

Future Earth research depends on extensive and well administered data for being able to observe changes across scales, to discover unknown relationships, and to drive Earth system models or macro models of society. Since the demand for appropriate information is growing rapidly, innovative observation and data management technologies need to provide a sufficient coverage in space and time for meeting these requirements as well as for optimizing processes and usability. Future Earth will support the emergence of international networks on these issues particularly in areas where the existing ones are still in a premature stage (e.g. biodiversity, governance, social attitudes).

This session aims at contributing to the development of new approaches to observing, monitoring and data management by addressing the following - partly overlapping - questions: (1) Can we provide good examples for observing and monitoring systems in natural- and social sciences? (2) Are there thoroughly worked out cases of integrated monitoring systems? (3) What can the German community contribute to the establishment of appropriate data systems and tools in natural- and social sciences? (4) What are good examples for assimilation schemes to synthesize different data types? (5) How can observational data be confronted with output from numerical models? and (6) What are the most urgent areas for innovation?

 

2. Erdsystemmodellierung und soziale Makrodynamik

„Future Earth“ wird auf den Zugriff zu neuesten Erdsystemmodellen und Wirkmodellen angewiesen sein und ferner zur Entwicklung einer neuen Generation an Modellen beitragen. Die neuen Modelle werden in der Lage sein, Dynamiken von Mensch-Umwelt-Interaktionen, Feedback-Effekte und Schwellenwerte als auch Vorhersagen von Risiken und Veränderungen verbessert darzustellen. Dies wird ermöglicht unter Zuhilfenahme von Rechenleistung und Kenntnissen einer Vielzahl von Ländern. Obwohl das Verständnis des Erdsystems langsam größer wird, bestehen noch immer Herausforderungen, aufgrund der Wissenslücken im Prozessverständnis in den Bereichen Umwelt, Biologie und Soziologie als auch möglicher recheneffizienter und flexibler Wege, Modellkomponenten zu einem übergreifenden Erdsystemmodell zu kombinieren. In der Verbesserung und Optimierung der Modelle nehmen Mathematiker und Systemanalysten eine Schlüsselrolle ein.

Zu diskutierende Fragen:

  • Welche Unklarheiten gibt es in Erdsystemmodellen und integrierten Modellansätzen?
  • Welche guten Beispiele für Modellierungsansätze für umweltbedingte, biologische und soziale Prozesse gibt es?
  • Welche guten Beispiele für die Entscheidungsfindung auf Basis von Modellierungsansätzen gibt es?

 

3. Kennzahlen und Bewertung von menschlichem Wohlbefinden und nachhaltiger Entwicklung

„Future Earth“ kann durch die Beratung und Bereitstellung wissenschaftlicher Expertise eine Schlüsselrolle im UN Post-Rio+20 und Post-2015-Prozess einnehmen. Ferner kann „Future Earth“ auch bei der Implementierung der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und dem Monitoring entscheidend beitragen. Durch die interdisziplinäre Gestaltung der SDGs, die soziale, ökonomische und umweltbedingte Aspekte einbezieht, wird auch disziplinübergreifendes Wissen und Monitoring während der Umsetzung benötigt. Darüber hinaus würden die global angelegten, aber in der Regel regional und national unterschiedlichen Zielsetzungen der SDGs sich gut mit der Aufstellung von „Future Earth“ ergänzen. Auch „Future Earth“ besitzt eine globale Reichweite mit einer Vielzahl von Schnittstellen auf regionaler und nationaler Ebene. Um eine verständliche und umfassende Sicht auf nachhaltige Entwicklung und menschliches Wohlbefinden, insbesondere in Bezug auf räumliche und zeitliche Veränderungen, zu bieten, sind vergleichbare Maßnahmen und Bewertungsprozesse vonnöten. Da besonders soziale Aspekte oft schwierig zu erfassen sind und ihre Zusammenhänge und Einflüsse noch immer häufig unterschätzt werden, ist es wichtig, diese Lücke zu schließen. „Future Earth“ wird Anstrengungen unterstützen, die Kennzahlsysteme entwickeln, um repräsentative Daten zu kombinieren und so zugänglicher zu machen, als auch das Prozessverständnis zu erhöhen sowie dessen Vergleichbarkeit.

Zu diskutierende Fragen:

  • Was können Indikatoren leisten und wo liegen die Grenzen?
  • Welche guten Beispiele für Messung und Bewertung von nachhaltiger Entwicklung und menschlichem Wohlbefinden gibt es?
  • Was wissen wir über Zusammenhänge zwischen natürlichen und menschlichen Treibern des Wandels, daraus folgenden Umweltveränderungen und ihren Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden?

 

4. Theorie- und Methodenentwicklung

Im Bestreben, Interaktionen zwischen natürlichen und sozialen Systemen zu verstehen und grundlegende Einblicke sozialer, ökonomischer, politischer Einflussfaktoren zu bieten, die sich auf das Verhalten sowie die institutionelle Anpassungen an Probleme des globalen Wandels beziehen, wird die Forschung im Rahmen von „Future Earth“ auch theoretische Debatten führen müssen, die aus einer Vielzahl von Disziplinen schöpfen. Diese Debatten wirken sich auf Forschungsansätze aus, geben Einblicke und Lösungsansätze und ermutigen oder verhindern fachübergreifende Zusammenarbeit.

Unser Verständnis über das Erdsystem und soziale Systeme wird gestützt von grundlegenden Theorien und "Frameworks" die Funktion und Interaktion beschreiben. Dennoch unterscheiden sich individuelle, soziale und politische Reaktionen auf globale Umweltveränderungen oft grundlegend. Die dadurch entstehenden Hürden für Kooperation und integrative Ergebnisse begründen sich durch das breite Spektrum zugrundeliegender Theorien und "Frameworks" unterschiedlicher Disziplinen, die sich von der Physik, Chemie und Biologie bis hin zu Anthropologie, Wirtschaft, Psychologie, Soziologie oder Philosophie erstrecken. Die aus den einzelnen oder der Kombination mehrerer Disziplinen fortlaufend neu entstehender Ideen haben häufig beträchtlichen Einfluss auf die Erklärung globaler Umweltveränderungen und sozialer Veränderungen. Die Entwicklung findet jedoch oft projektspezifisch und unkoordiniert statt. Die Session zielt darauf ab, die systematische Einschätzung der Herausforderungen und "Frameworks" für integrative Forschungsansätze zu diskutieren; besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Reaktion des Menschen auf Umweltveränderungen aus Sicht der Natur- und Sozialwissenschaften.

Zu diskutierende Fragen:

  • Was sind wichtige Voraussetzungen für die integrative theoretische Forschung?
  • Können "Frameworks" einen Weg darstellen, um Theorien verschiedener Disziplinen zu integrieren?
  • Gibt es wichtige Lücken in existierenden theoretischen Ansätzen, die gefüllt werden müssten, um „Future Earth“ Forschungsfragen adäquat angehen zu können?
  • Wie sind Mensch-Umwelt-Beziehungen in Natur- und Sozialwissenschaften konzipiert oder gestaltet, und welches sind die grundlegenden Theorien hinter dieser Gestaltung?

 

5. Schnittstelle Wissenschaft - Gesellschaft

„Future Earth“ ist bestrebt, sich als eine internationale Plattform für Wissensaustausch und transdisziplinäre Forschung zu positionieren, um Wissen für die Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Das bereitgestellte Wissen soll dazu dienen, den Herausforderungen des globalen Wandels entgegenzutreten und den Übergang zu globaler Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Um dies zu bewerkstelligen, ist es wichtig, Akteure mit einzubeziehen und eine Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. Beispielsweise sollten forschungspolitische Aktivitäten und breitere Schnittstellen zwischen Wissenschaften und Gesellschaft einen zentralen Bestandteil der Arbeit von „Future Earth“ darstellen.

In Forschung und Praxis haben sich an den verschiedenen Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft unterschiedliche Dialogansätze entwickelt, die verschiedene Interpretationen und Lösungsansätze verfolgen, um die Spannung zwischen Fürsprecher und wissenschaftlicher Beratung abzubauen. Die Wirksamkeit dieser Ansätze variiert je nach Thema, Art der Schnittstelle, kulturellem Kontext und Beziehungen zwischen den jeweiligen Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern. In vielen Fällen liegt die Rolle der Wissenschaft  darin, zu informieren, neues Wissen zu generieren und die Konsequenzen verschiedener Optionen zu bewerten. In dieser Situation werden Wissenschaftler als „Knowledge Broker“ und nicht als Fürsprecher betrachtet. In anderen Fällen wird hingegen von Seiten der politischen Entscheidungsträger und der Öffentlichkeit erwartet, dass Wissenschaftler stärker für eine bestimmte Position Stellung beziehen. Hierfür gibt es keine Einheitslösung, sondern es bedarf stets reiflicher Prüfung. Vor diesem Hintergrund stellen wir die Frage, wie „Future Earth“ politisch relevant und möglichst effizient sein kann, ohne politische Handlungsempfehlungen auszusprechen.

Verschiedene Elemente der Schnittstelle Wissenschaft – Gesellschaft können unterschieden werden (es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben):

  • Co-Design: In der nachhaltigkeits-orientierten Forschung ist die Gestaltung einer Forschungsagenda nicht allein die Aufgabe der Wissenschaften. Stattdessen müssen durch den Prozess des „Co-Designs“ für gewöhnlich alle Interessensvertreter, Entscheidungsträger und Organisationen aus der zivilen Gesellschaft einbezogen werden. „Co-Design“ ist ein wichtiges Element der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik.
  • Co-Produktion: Die Co-Produktion von Wissen als kooperative Forschung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaften und Gesellschaft ist ein essenzieller Ansatz, um Wissen für eine nachhaltige Entwicklung zu generieren, z.B. für die Transformation von Infrastrukturen. Prozesse der Co-Produktion sollten lokales Wissen von betroffenen Akteuren, aber auch verschiedene Perspektiven und Werte einbeziehen, um fundiertes Wissen zu schaffen.
  • Wissenschaftliche Politikberatung, inklusive der Kommunikation von Forschungsergebnissen und der Diskussion von Konsequenzen politischer Entscheidungsfindung, ist ein weiteres und etabliertes Element (z.B. im Bereich der Technikfolgenabschätzung und der Umweltpolitik). Sondierungsstudien, Synthese-Berichte und Beurteilungen des aktuellen Standes des wissenschaftlichen Wissens in bestimmten Regionen spielen eine wichtige Rolle in diesem Bereich, da sie (1) in der Lage sind, große Mengen von Wissen einzubeziehen und (2) mit den offiziellen zwischenstaatlichen Sachstandsberichten der Wissenschaft (z.B. IPCC; IPBES) verbunden werden können. Monitoring ist ein wichtiges Element der Wissenschafts-Politik-Schnittstelle, um Entscheidungsträgern die Möglichkeit zu geben, von den tatsächlichen Entwicklungen zu lernen und ihre Maßnahmen anzupassen.
  • Gegenseitiges Verständnis und Lernen ermöglichen: Konstruktive und fruchtbare Prozesse an den verschiedenen Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft erfordern gegenseitiges Verständnis und wechselseitiges Lernen. Beide Seiten müssen in der Lage sein, die jeweils andere Seite zu verstehen und ihre Möglichkeiten und Grenzen einzuschätzen. Defizite in diesem Zusammenhang entstehen nicht nur auf der Seite der Wissenschaften, sondern auch auf Seiten der Politik. Der Bedarf zum Aufbau von Kapazitäten beeinflusst somit beide Seiten. Der Dialog und die Beteiligung sowie die Bildung für nachhaltige Entwicklung sind in diesem Zusammenhang wichtige Eigenschaften. Besondere Aufmerksamkeit wird Forschungs- und Bildungssystemen in weniger wohlhabenden Ländern geschenkt werden müssen.

Diese Session wird sich mit den genannten Punkten befassen. Der Schwerpunkt liegt darin, Zielsetzungen und Hürden der entsprechenden Themenfelder zu erläutern, „Good Practice“-Beispiele und Defizite zu diskutieren, die Rolle der Wissenschaftler, einschließlich der Risiken und Möglichkeiten zu beleuchten und mögliche Strategien für Verbesserungen zu erforschen (z.B. Was könnten das DKN und „Future Earth“ unternehmen, um eine konstruktive und effektive Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu gewährleisten?).

 

 

 

aktualisiert am 4.9.2015
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