NEWS 12.10.2018

Deutscher Nachhaltigkeitspreis nominiert Forschungsprojekte für die Artenvielfalt

Die Finalisten des 7. Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung stehen fest. Ab sofort kann per Online-Voting über die beste Idee zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme abgestimmt werden. Die Auszeichnung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird am 7. Dezember 2018 anlässlich des 11. Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf verliehen.

Folgende Forschungsprojekte stehen im Finale:

Das Partnerprojekt „F.R.A.N.Z.“ der Umweltstiftung Michael Otto und des Deutschen Bauernverbandes e.V. behandelt eine der zentralen Herausforderungen für die heutige Landwirtschaft: Einerseits die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen und andererseits die Artenvielfalt zu erhalten. Das Projekt zeigt in zehn Demonstrationsbetrieben, dass eine moderne, leistungsfähige Landwirtschaft mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt vereinbar ist. Die Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung der Agrar- und Umweltpolitik von der lokalen bis hin zur EU-Ebene.

Das Projekt „IMPAC³“ des Zentrums für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung an der Georg-August-Universität Göttingen widmet sich der Züchtung von Nutzpflanzensorten, die für den Anbau in Mischkulturen geeignet sind. Durch die Kombination mehrerer Pflanzenarten, die gemeinsam auf einem Feld wachsen, können die Bodennährstoffe gleichmäßiger ausgenutzt und das Risiko von Missernten reduziert werden. Weiterhin entsteht ein vielfältiger Lebensraum, der mehr Qualität bietet als ein Feldbestand, der nur aus einer Feldfrucht besteht. Bisher ist die Sortenzüchtung überhaupt nicht auf den Anbau von Kulturpflanzenmischungen ausgerichtet.

„Standardisiertes Monitoring von Insekten in Schutzgebieten“ ist eine seit 1987 fortlaufende Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld e.V. zum Insektensterben. Die Forscher stellten fest, dass die Biomasse flugaktiver Insekten an den untersuchten Standorten in den letzten 27 Jahren um ca. 75 Prozent zurückgegangen ist. 2017 veröffentlichten die Forscher ihre Erkenntnisse in einem viel beachteten wissenschaftlichen Artikel, der maßgeblich zur politischen Debatte über Biodiversität auf nationaler wie internationaler Ebene beigetragen hat.