DKN Future Earth Aktionsfeld

Neue Leitfragen für Future Earth

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Das Expertengespräch, das im Rahmen der 5. Sitzung des DKN Future Earth stattfand, ist Teil des nationalen Themenfindungsprozesses, der vom DKN Future Earth initiiert wurde und in dem die deutsche Perspektive für „Future Earth“-Forschung erarbeitet werden soll.

Ziel des Expertengespräches war es ein umfassendes Themenset in Form von 8-10 Leitfragen („Future Earth Challenges“) zu definieren,

  • die neue Impulse für Forschung in „Future Earth“ setzen, die bislang nicht oder nicht ausreichend in den "Global Environmental Change"-Programmen behandelt wurden,
  • die gesellschaftsrelevant sind,
  • die integrative Forschung unterstützen, und
  • die programmatisch „Future Earth“-Forschung befördern.

Eingeladen waren Wissenschaftler unterschiedlichster Fachgruppen und Einrichtungen, Nachwuchswissenschaftler, Vertreter aus Politik und Wirtschaft, wie auch der Forschungsförderung. Grundlage für das Gespräch bildeten die Ergebnisse und Ideenskizzen des "German Future Earth Summits", wie auch die aktuellen „Grand Challenges“ unterschiedlichster Autorengruppen.

Das Expertengespräch war ein weiterer Schritt des im Jahr 2014 begonnen und noch andauernden nationalen Themenfindungsprozesses in "Future Earth".

 

Ergebnisse

Die folgenden Leitfragen sind als Ansatzpunkte für potentielle (nicht exklusive) Arbeitsfelder von Arbeitsgruppen im Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth zu verstehen:

 

Leitfragenset A:

a) Welche Barrieren stehen der Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Weg?

b) Wie kann eine absehbare Weltbevölkerung von 9-­‐10 Mrd. Menschen auf nachhaltige Weise ernährt werden?

c) Wie wird Nachhaltigkeit interkulturell verstanden?

d) Wodurch sind (nachhaltige) resiliente Gesellschaftsformen charakterisiert und wie können sie entwickelt werden?

e) Wo liegen mögliche “Tipping Points” in der weiteren Entwicklung der globalen Systeme?

f) Wie können wir für unwahrscheinliche aber mögliche dramatische Entwicklungen Vorsorge treffen?

g) Sind bisherige Verfahren der Modellierung und Antizipation möglicher Entwicklungen noch adäquat?

h) Wie kann die Kreativität und Durchschlagskraft technologischer Entwicklungen für Nachhaltigkeit genutzt werden?

 

Leitfragenset B

(Schwerpunkt liegt in der Umsetzung der Sustainable Development Goals):

a) Wo liegen „Tipping Points“ für Umwelt und Gemeinwohl und wie verlagern sich Extremereignisse im Zuge des globalen und regionalen Wandels?

b) Wie hängen Populationsdynamiken und Umweltveränderung zusammen?

c) Wie sichern wir den Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen, eine nachhaltige Agrarproduktion, Nahrung und Ernährungsweise an Land und wie verbinden wir diesen Zugang mit der Erhaltung der Ökosysteme und Biodiversität? Wie garantieren wir den Zugang zu Gesundheitssystemen, Bildung, … ?

d) Wie können Wirtschaftswachstum, Industrialisierung, Infrastrukturen, Energie und Klimawandel mit der Verantwortung für unsere Umwelt zusammengebracht
werden?

e) Wie bauen wir nachhaltige Städte und Siedlungen, die nachhaltigen Konsum und Produktion begünstigen?

f) Wie erreichen wir eine Erhaltung und nachhaltige Nutzung von marinen Ressourcen, der Ozeane und der Binnenmeere und anderer globaler Gemeinschaftsgüter?

g) Welche Regierungsformen und soziale Anreizsysteme unterstützen eine globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung?

h) Wie stellen wir den kostenlosen und freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und Infrastruktur  sicher, um friedvolle und gewaltfreie Gesellschaften, Rechtsstaaten und leistungsfähige Institutionen zu unterstützen?

i) Wie gehen wir mit Krisen/Konflikten um im Hinblick auf den Aufbau von Resilienz oder als Chance eines transformativen Wandels?

j) Was können wir aus vergangenen und gegenwärtigen sozialen und kulturellen Veränderungen für zukünftige Transformationen lernen?

 

Teilnehmer:

  • Prof. Dr. Almut Arneth, Karlsruher Institut für Technologie
  • Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
  • Prof. Dr. Armin Grunwald, Karlsruher Institut für Technologie - ITAS
  • Dr. Maja Göpel, Wuppertal Institut
  • Dr. Tim Haarmann, DFG
  • Dr. Jochen Hinkel, Global Climate Forum e.V.
  • Dr. Christiane Jörk, DFG
  • Dr. Johannes Karte, DFG
  • Prof. Dr. Wolfgang Lucht, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
  • Dr. Simon Meisch, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Prof. Dr. Karen Pittel, ifo Institut
  • Prof. Dr. Christiane Schmullius, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Prof. Dr. Martin Visbeck, GEOMAR Helmoltz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
  • Prof. Dr. Volkmar Wolters, Justus Liebig Universität Giessen
  • und Vertreter unterschiedlicher Ministerien (BMZ, BMBF, UBA).

Zugleich wurden Vertreter aus der Wirtschaft eingeladen (z.B. MunichRe, Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels).

 

updated 20.11.2014

 Veranstaltungstermin und -ort:

17./18.6.2014, Bad Homburg (auf Einladung)
Forschungskolleg Humanwissenschaften

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Armin Grunwald

Karlsruher Institut für Technologie – ITAS
E-Mail: armin.grunwald@kit.edu

Prof. Dr. Martin Visbeck
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
E-Mail: mvisbeck@geomar.de

Prof. Dr. Wolfgang Lucht
Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
E-Mail: Wolfgang.Lucht@pik-potsdam.de

Dr. Bettina Schmalzbauer 
DKN Future Earth Sekretariat 
E-Mail: schmalzbauer@dkn-future-earth.de

 

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